Manifesta 16 Ruhr – Bochum und Duisburg

Das ist der zweite Teil. Zu Essen und Gelsenkirchen hatte ich schon hier geschrieben.

Bochum

St. Ludgerus

Von Hans Joachim Lohmeyer 1966 erbaut. Die Kirche ist noch geweiht, aber ohne laufende kirchliche Nutzung.

CaboSanRoque und Flexo Arquitectura Kollektiv haben im Kirchenraum ist ein Ballspiel-Parcours FAIL LOUDER  mit Toren und Körben aufgebaut. Ganz witzige Idee. Wirft man einen Korb oder schießt ein Tor, ertönt ein Sound. Wäre ich nicht so ungeschickt mit Bällen, hätte ich es gerne mal ausprobiert. Das wurde von ein paar Kids exzessiv bespielt und das ist kann ja auch schon was für einen Stadtteil sein, wenn eine ungesnutzte Kirche zu einem Indoor-Spielplatz wird.

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Manifesta 16 Ruhr – Essen und Gelsenkirchen

Seit dreißig Jahren gibt es diese Kunstbiennale, die durch Europa wandert und alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindet. Ich glaube, ich bin 2018 zum ersten Mal auf sie aufmerksam geworden, da fand sie in Palermo statt und ich wäre gerne hingefahren, aber irgendwie war das zu knapp. Zwei Jahre später wollte ich unbedingt nach Marseille, ich hatte schon Reiseführer gekauft, mich eingelesen und war kurz davor zu buchen – dann kam COVID.

Pristina hatte mich jetzt nicht so gereizt und 2024 ging irgendwie nicht bei mir (Zeit, Wetter, Geld), aber dieses Jahr endlich! Wie praktisch, dass die Manifesta 16 (noch bis zum 4. Oktober) im Ruhrgebiet ist. Ich hatte die Möglichkeit, mein Basecamp in Essen aufzuschlagen und trotzdem – 12 Locations in vier Städten –  war es eine ziemliche Rumgurkerei, aber bis auf eine habe ich alle geschafft.

Fast alle Locations sind ehemalige Nachkriegskirchen, frisch, oder schon länger entweiht, manche noch “in Betrieb”, einige im Umwandlungsprozess. Immer eine Einladung, ein Dritter Ort zu sein oder zu werden. Zum Großteil sind es auch architektonisch fantastische Bauten und ganz zufällig war meine erste (St. Marien, Essen Karnap) und letzte Location (Kulturkirche Liebfrauen, Duisburg)  umwerfende Raumerlebnisse, wo ich fast Schnappatmung bekam.

Hier gibt es einen grundsätzlichen Text zur Manifesta und zu dem Konzept “This is not a church (Das ist keine Kirche).

Von dem umfangreichen Rahmenprogramm habe ich nichts mitgekriegt, ich habe nur die Kirchen und Ausstellungen angeguckt. Ach ja, ganz wichtig: Der Eintritt ist überall frei!

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Zuckerstraßen Köln: Straßenportrait der Wilhelmstraße in Nippes

Ich habe mich sehr gefreut, den Instagram-Account Strassenauszucker_Koeln zum zweiten Mal zu bespielen. Im Mai 2022 hatte ich dort die Blücherstraße in Nippes porträtiert und diesen Juli schlenderte ich durch die Wilhelmstraße, ebenfalls in Nippes.

Die Wilhelmstraße wurde 1873 angelegt und nach Kaiser Wilhelm I. benannt. Amüsant ist, dass im Adressbuch von 1953 steht, sie sei nach Wilhelm Eich, einem Bürgermeister von Nippes benannt, was mir seltsam vorkommt, dass da der Vorname verwendet sein soll. Wobei die Wilhelmstraße die Eichstraße kreuzt und die ist tatsächlich nach ihm benannt.

Die Wilhelmstraße durchquert Nippes von der Niehler Straße im Osten bis zur Merheimer Straße im Westen, sie ist ca. 700 m lang, ist eine gemischte Wohn- und Geschäftsstraße und kreuzt 7 Straßen.

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Archistories in der Kunsthalle Karlsruhe

SchiDD, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Seid ihr auch schon mal durch eine Gemäldegalerie gegangen und habt auf immer das gleiche Detail geachtet? Hände, Füße, Kleidung, Schmuck oder Architektur? In der Kunsthalle Karlsruhe läuft noch bis zum 12. April 2026 die Ausstellung “Archistories. Architektur in der Kunst”.

Die Ausstellung setzt sich aus Werken der eigenen Sammlung in Kombination mit zeitgenössischen Arbeiten zusammen. Rund 100 Werke von 70 Künstler*innen aus fünf Jahrhunderten sind zu sehen. (Weil sich die zeitgenössischen Künstler*innen alle in der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst verstecken, kann ich die natürlich leider nicht zeigen)

Kunsthalle Karlsruhe Giovanni Battista Piranesi - römische Bogenarchitektur mit zwei Löwenreliefs im Vordergrund, 1761Es gibt mehrere Sektionen, die sich mit einer bestimmten Architektur oder einem bestimmten Thema befassen. Je nach Richtung, in der man durch die Ausstellung läuft, beginnt oder endet es mit Gebäuden, die wir im Alltag eher selten wahrnehmen, nämlich Kerkern und Gefängnissen. Eine Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi, die er als Teil einer Serie 1750 als 30-jähriger publizierte, zeigt eine albtraumhafte, surreal und escher’esk erscheinende Darstellung von einem brutalen Kerker. Demgegenüber steht eine Arbeit von Nicola Daubanes, die direkt von Piranesis Zeichnungen inspiriert zu sein scheint und in einer interessanten Technik hergestellt ist. Eine magnetische Platte wird in Teilen zeichnerisch entmagnetisiert und mit Eisenpulver gestreut, was dann nur an bestimmten Stellen haften bleibt. Das Eisenpulver wurde zum Teil aus Gefängnistüren hergestellt.

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Landtag NRW: Demokratische Architektur

Neulich hatte ich die Gelegenheit, den Landtag NRW in Düsseldorf zu besuchen. Ich hatte mich vorab ein bisschen eingelesen, weil mich vornehmlich die Architektur interessierte. Ich war dann sehr angetan von der Website des Landtags, die sehr gut und auf Augenhöhe  informiert.

Insbesondere wird hier ausführlich die Geschichte des Baus erläutert, der 1988 fertiggestellt wurde. Hier ist alles rund, der runde Plenarsaal war der Wunsch der Abgeordneten und der Architekt Fritz Eller hat auf dieser Idee weiter geplant, was sich am besten in der Draufsicht erschließt.

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