Mein Juni 2026

Mein Geburtstagsmonat. Und der Geburtstagsmonat meiner Mutter. 26 Jahre lang war der Juni frühsommerlich, aufregend, leicht und freundlich. Dann starb 1992 mein Vater im Juni. Seitdem ist dieser Monat auch ein bisschen eingetrübt. Vor drei Jahren starb auch meinen Mutter im Juni. Nun ja.

Ute mit Partyhütchen und einer Brille in Form einer 60Und dieses Jahr stand mal wieder ein runder Geburtstag an. Nach monatelangem Rumgeeiere und nicht entscheiden könne, was ich machen will − große Tanzparty, Küchenparty, wegfahren, Picknick, … − ergab sich letztendlich alles fast wie von selbst. Ich habe die Party eines Freundes zum Reinfeiern benutzt (natürlich in Absprache mit dem Gastgeber) und am Geburtstag ein nettes  Kaffeekränzchen in kleiner Runde in einem Kneipenrestaurant im Veedel veranstaltet. Ich hatte noch Crémant mit zur Party  gebracht und um Mitternacht gaben die FreundInnen alles: Partyhütchen, Wunderkerzen, Gesang und Geschenke. Die Brille bekam ich wieder von C. Wie vor 10 Jahren schon die 50-Brille. Das ist ein Wanderpokal und der/die nächste, dem/der ich zum 60. Geburtstag über den Weg laufe, bekommt sie. Es war zwar noch nicht hell, als ich nach Hause ging, aber beinahe. Das war alles sehr schön. Noch einige Tage danach trudelten Post und Anrufe ein. Schön, wenn sich das über mehrere Tage hinzieht.

Weiterlesen

Mein Mai 2026, Teil 2

Wuppertal: Stadtarchiv und noch eine Ausstellung.

Bezüglich Familienforschung habe ich schon lange vor, ins Stadtarchiv Wuppertal zu gehen und da zur Zeit drei Ausstellungen in Wuppertal laufen, die ich gerne sehen möchte, plante ich das erste Wuppertal-Päckchen mit Stadtarchiv und Neuer Kunstverein. Dort ist nämlich noch bis zum 14. Juni 2026 die Ausstellung Wende / Wunde / Winde (auch ein cooler Titel) der fabelhaften Karina Syndicus zu sehen. Karina kenne ich tatsächlich über Instagram, obwohl sie in Köln im Nachbar-Veedel lebt. Und je mehr ich sie und ihre Arbeit kennenlerne, desto mehr bewundere ich sie. Sie ist ausgebildete Schauspielerin und Clownin, sie macht Performancekunst, Walking Acts, Stand-Up und Kabarett. Zudem arbeitet sie bildnerisch mit Fotografie, Skulptur, Objekten und auf Papier. Vermutlich habe ich jetzt noch einiges vergessen. Es ist mir ein Rätsel, wie sie das alles in dieser Qualität und auf diesem Niveau wuppt. Ihre bildnerischen Arbeiten beziehen sich auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene, oft beschäftigt sie sich mit Architektur, sehr oft mit einem Augenzwinkern und sehr feinem Humor, ohne dem Ernst der Thematik etwas zu nehmen.

Weiterlesen

Mein Mai 2026, Teil 1

Weil der Mai so prall und ereignisreich ist/war, teile ich mein Monatsgeblogge auf.

Boule und Essen

Am 1. Mai war ich Boule spielen. Ich glaube, das habe ich mal während des Studiums ein paar mal gespielt. Also schon ziemlich lange her. Eine Freundin lädt regelmäßig ein, aber da das immer sonntags stattfindet und ich mich sonntags schlecht zu irgendwelchen Aktivitäten aufraffen kann, war das nun an einem Freitag sehr passend für mich. Ich hatte ein bisschen Anfängerinnenglück, aber besonders begabt bin ich wohl nicht. Ich kann mir nicht merken, wem welche Kugeln gehören und wessen Kugel wo liegt. Egal, wir hatten Kaiserwetter und es hat Spaß gemacht. Danach gab es noch ein hervorragendes Essen und hervorragende Getränke und der Abend endete spät und fröhlich.

Weiterlesen

Mein April 2026

Nachdem Ich wegen eines kleinen Rants das Monatsgeblogge im März habe ausfallen lassen, reiche ich dies noch nach: Ich hatte mich auf drei Stellen beworben, bei denen ich dachte, da passe ich gut rein zu und bei allen dreien hätte ich richtig Lust gehabt, es zu machen. Es ist ja selten genug, dass man überhaupt interessante Stellenangebote findet. Auch die ArbeitgeberInnen waren interessant: ein Theater, ein Museum, eine Hochschule. Ich habe zwei Eingangsbestätigungen bekommen, eine Absage und einmal wurde ich komplett ignoriert. Und egal was alle sagen („das ist ja inzwischen normal“; „puh, 50 Absagen zu schreiben ist aber viel zu aufwendig.“): Komplettes ghosten bei Bewerbungen ist einfach nur schlechtes Benehmen!

Weiterlesen

Archistories in der Kunsthalle Karlsruhe

SchiDD, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Seid ihr auch schon mal durch eine Gemäldegalerie gegangen und habt auf immer das gleiche Detail geachtet? Hände, Füße, Kleidung, Schmuck oder Architektur? In der Kunsthalle Karlsruhe läuft noch bis zum 12. April 2026 die Ausstellung “Archistories. Architektur in der Kunst”.

Die Ausstellung setzt sich aus Werken der eigenen Sammlung in Kombination mit zeitgenössischen Arbeiten zusammen. Rund 100 Werke von 70 Künstler*innen aus fünf Jahrhunderten sind zu sehen. (Weil sich die zeitgenössischen Künstler*innen alle in der Unsichtbarkeitsmaschine aka VG Bild Kunst verstecken, kann ich die natürlich leider nicht zeigen)

Kunsthalle Karlsruhe Giovanni Battista Piranesi - römische Bogenarchitektur mit zwei Löwenreliefs im Vordergrund, 1761Es gibt mehrere Sektionen, die sich mit einer bestimmten Architektur oder einem bestimmten Thema befassen. Je nach Richtung, in der man durch die Ausstellung läuft, beginnt oder endet es mit Gebäuden, die wir im Alltag eher selten wahrnehmen, nämlich Kerkern und Gefängnissen. Eine Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi, die er als Teil einer Serie 1750 als 30-jähriger publizierte, zeigt eine albtraumhafte, surreal und escher’esk erscheinende Darstellung von einem brutalen Kerker. Demgegenüber steht eine Arbeit von Nicola Daubanes, die direkt von Piranesis Zeichnungen inspiriert zu sein scheint und in einer interessanten Technik hergestellt ist. Eine magnetische Platte wird in Teilen zeichnerisch entmagnetisiert und mit Eisenpulver gestreut, was dann nur an bestimmten Stellen haften bleibt. Das Eisenpulver wurde zum Teil aus Gefängnistüren hergestellt.

Weiterlesen

Landtag NRW: Demokratische Architektur

Neulich hatte ich die Gelegenheit, den Landtag NRW in Düsseldorf zu besuchen. Ich hatte mich vorab ein bisschen eingelesen, weil mich vornehmlich die Architektur interessierte. Ich war dann sehr angetan von der Website des Landtags, die sehr gut und auf Augenhöhe  informiert.

Insbesondere wird hier ausführlich die Geschichte des Baus erläutert, der 1988 fertiggestellt wurde. Hier ist alles rund, der runde Plenarsaal war der Wunsch der Abgeordneten und der Architekt Fritz Eller hat auf dieser Idee weiter geplant, was sich am besten in der Draufsicht erschließt.

Weiterlesen

Drei Ausstellungen, viele Fotografinnen

Die Ausstellung UK Women – Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität – in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, mit den Arbeiten von 28 Fotografinnen ist inzwischen leider schon vorbei.

Hier waren starke schwarzweiß Fotos aus den 1970er Jahren zu sehen, die klassisch sozial-dokumentarisch das Leben der einfachen Menschen dokumentieren. Z. B. von Markéta Luskačová an der nordenglischen Küste, oder von Fran May , die den Flohmarkt in der Londoner Brick Lane dokumentierte. Tish Murtha  fotografierte Anfang der 1980er Jahre in einer Gesellschaftsreportage sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Margret Mitchell zeigt die Menschen in den 1990er Jahren in Stirling/Schottland.

Weiterlesen

Spa: gesund trinken und Holzkästchen

Spa, die Stadt, die weltweit allen Heilbädern und Wellnessanwendungen ihren Namen gegeben hat. Ich war morgens in der Touristeninformation mit Carola Reichert zu einer Stadtführung verabredet. Wir hatten ein bisschen Wetterpech, es regnet die ganze Zeit.

Die vielen verschiedenen Quellen in und um Spa herum heißen Pouhon, das geht auf ein wallonisches Wort zurück. Sie sind zum Teil nach berühmten Persönlichkeiten benannt, die sie besucht haben. So ist gleich im Gebäude des Touristenbüros – eine Trinkhalle von 1880 –  die Pouhon Pierre-le-Grand, benannt nach Zar Peter dem Großen.

Die Heilquellen kannten vermutlich schon die Römer im 1. Jahrhundert.

Berühmt wurden sie durch eine Kur, die Peter der Große 1717 hier machte und die ihm tatsächlich sehr geholfen hat. Das verbreitete sich dann bald in europäischen Adelshäusern und im 18. und 19. Jahrhundert traf sich dort das Who is Who an gekrönten Häuptern und andere illustre Persönlichkeiten.

Weiterlesen

KultourWallonie 2024: Verviers und Jalhay

Die dritte und vermutlich letzte KultourWallonie der Herbergssmütter in bezahlter Kooperation mit VisitWallonia führte mich nach Verviers, Spa, Jalhay, mit kurzen Abstechern nach Stavelot und der Gileppe-Talsperre. Am dritten Tag kamen wir alle mit Barbara Buchholz, Co-Büroleiterin von VisitWallonia in Köln und u. a. verantwortlich für Blog-Relations, in Lüttich zusammen.

Mein Bericht erfolgt in drei  zwei Teilen. Den dritten Teil habe ich zusammen mit Wibke bei den Herbergsmüttern geschrieben.

Es geht los mit

Verviers

Als ich in Verviers ankam und in der Straße mit dem Musée des Beaux-Arts et de la Céramique landete, dachte ich, hach, wie idyllisch. Später musste ich das etwas revidieren.

Nachdem ich in der Stadt einen Parkplatz gefunden hatte, führe mich Google Maps einen Trampelpfad entlang der Vesdre zum Museum. Ich war zwischendurch nicht sicher, ob das richtig war, aber ich kam dann doch sicher an, ohne in den Fluss abgerutscht zu sein, oder mir den Fuß umgeknickt zu haben.

Donnerstags ist das Museum eigentlich geschlossen, aber mir wurde großartigerweise dank VisitWallonia eine Privatführung mit der Museumsdirektorin Caroline Henry orgaanisiert. Da sie nur französisch spricht, hatte sie zur Übersetzung Mey Schmitz vom Tourismusbüro Pays de Vesdre  dazugeholt und das funktionierte dann sehr fabelhaft.

Weiterlesen

Mons 2024 – was sonst noch war

Rund um den Hauptakt, der Presse-Preview rund um das CAP und die Rodin Ausstellung, haben wir noch einiges vom Mons gesehen und vor allem immer lecker gegessen.

Stadtführung

Wir kamen vormittags in Mons an und nach der Gepäckabgabe im Hotel ging es erst mal zu einem Mittagessen im Boule de bleu. Geführt von einer herzlichen und charmanten Wirtin, gibt es hier ausschließlich Salate, aber was für welche! Köstliche Sattmacher.

Danach folgte eine Stadtführung mit der grandiosen Catherine Stilmant. Diese Frau hat unglaubliches Entertainment-Talent. Ich glaube, ich habe noch nie so viel bei einer Stadtführung gelacht. Stadtführungen seien ihr Hobby, im Hauptberuf arbeitet sie im Bereich kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche bei der Fédération Wallonie-Bruxelles. Im Schnelldurchlauf haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Mons gesehen: Das Rathaus (den Affen immer mit der linken Hand streicheln., das bringt Glück) und den großen Markt, die Kirche St. Elisabeth, das Mundaneum, die Maison Losseau (die hatte ich im letzten Jahr ausführlich besichtigt), das Musée du Doudou und den Belfried. Durch das Tor des Rathaus und dann durch einen blumengeschmückten Gang kommt man in den Garten des Bürgermeisters. Dort standen bei unserem Besuch die Bürger von Calais – nicht die aus Calais, sondern eine Leihgabe der Domaine de Mariemont, unweit von Mons – im Rahmen der Ausstellung „Rodin – Eine moderne Renaissance“.

Weiterlesen