In Köln mit dem Rad zu fahren bedeutet ja, jedes Mal sein Leben aufs Spiel zu setzen. Ich hatte innerhalb von wenigen Wochen zweimal die exakt gleiche Situation an der gleichen Stelle: Beampelte Kreuzung, es ist Grün und ich möchte geradeaus fahren. Die entgegenkommenden Autos möchten links abbiegen, aber ich habe ja Vorfahrt. (Hahaha)
IMMER will einer der Linksabbieger noch ganz schnell vor mir abbiegen.
Erste Situation: der dahinter fahrende Wagen hat mich definitiv nicht gesehen und will wie ein Lemming auch links abbiegen, sieht mich im letzten Moment – wir befinden uns mitten auf der Kreuzung – ich sehe den Schreck in seinem Gesicht und er macht einen krassen Schlenker nach rechts. Aus mir kommt ein lautes “Ey!”, denn ich habe einen abrupten Adrenalinpegel. Er: “Halt die Fresse”.
Wenige Wochen später, der erste Wagen biegt wieder ganz knapp vor mir ab, der Wagen dahinter rollt, rollt weiter, bremst nicht – wir befinden uns mitten auf der Kreuzung – er bremst nicht und ich so “Ey!”. Er: „Halt die Fresse du Fotze.”
Tja.
Und dieses Jahr stand mal wieder ein runder Geburtstag an. Nach monatelangem Rumgeeiere und nicht entscheiden könne, was ich machen will − große Tanzparty, Küchenparty, wegfahren, Picknick, … − ergab sich letztendlich alles fast wie von selbst. Ich habe die Party eines Freundes zum Reinfeiern benutzt (natürlich in Absprache mit dem Gastgeber) und am Geburtstag ein nettes Kaffeekränzchen in kleiner Runde in einem Kneipenrestaurant im Veedel veranstaltet. Ich hatte noch Crémant mit zur Party gebracht und um Mitternacht gaben die FreundInnen alles: Partyhütchen, Wunderkerzen, Gesang und Geschenke. Die Brille bekam ich wieder von C. Wie vor 10 Jahren schon die 50-Brille. Das ist ein Wanderpokal und der/die nächste, dem/der ich zum 60. Geburtstag über den Weg laufe, bekommt sie. Es war zwar noch nicht hell, als ich nach Hause ging, aber beinahe. Das war alles sehr schön. Noch einige Tage danach trudelten Post und Anrufe ein. Schön, wenn sich das über mehrere Tage hinzieht.

Erst mal ein Frauenthema: Ich war jahrzehntelang im Team kalte Füße. Ein rarer Vorteil der Wechseljahre ist, ich hatte plötzlich keine kalten Füße mehr. Hurra. Jetzt bin ich mit dem Mist so einigermaßen durch oder noch in der Postmenopause – man weiß es ja immer nie so genau – und plötzlich habe ich wieder kalte Füße! Orrr. Also im Winter mit Socken ins Bett. Und dann stellt sich heraus, dass ich gar nicht genug Bettsocken habe und ich fing an, mir nach ewigen Zeiten mal wieder Socken zu stricken. Das ist der Fortschritt nach einigen Wochen. Vielleicht klappt’s dann mit denen im kommenden Winter.