Seit dreißig Jahren gibt es diese Kunstbiennale, die durch Europa wandert und alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindet. Ich glaube, ich bin 2018 zum ersten Mal auf sie aufmerksam geworden, da fand sie in Palermo statt und ich wäre gerne hingefahren, aber irgendwie war das zu knapp. Zwei Jahre später wollte ich unbedingt nach Marseille, ich hatte schon Reiseführer gekauft, mich eingelesen und war kurz davor zu buchen – dann kam COVID.
Pristina hatte mich jetzt nicht so gereizt und 2024 ging irgendwie nicht bei mir (Zeit, Wetter, Geld), aber dieses Jahr endlich! Wie praktisch, dass die Manifesta 16 (noch bis zum 4. Oktober) im Ruhrgebiet ist. Ich hatte die Möglichkeit, mein Basecamp in Essen aufzuschlagen und trotzdem – 12 Locations in vier Städten – war es eine ziemliche Rumgurkerei, aber bis auf eine habe ich alle geschafft.
Fast alle Locations sind ehemalige Nachkriegskirchen, frisch, oder schon länger entweiht, manche noch “in Betrieb”, einige im Umwandlungsprozess. Immer eine Einladung, ein Dritter Ort zu sein oder zu werden. Zum Großteil sind es auch architektonisch fantastische Bauten und ganz zufällig war meine erste (St. Marien, Essen Karnap) und letzte Location (Kulturkirche Liebfrauen, Duisburg) umwerfende Raumerlebnisse, wo ich fast Schnappatmung bekam.
Hier gibt es einen grundsätzlichen Text zur Manifesta und zu dem Konzept “This is not a church (Das ist keine Kirche).
Von dem umfangreichen Rahmenprogramm habe ich nichts mitgekriegt, ich habe nur die Kirchen und Ausstellungen angeguckt. Ach ja, ganz wichtig: Der Eintritt ist überall frei!
Und dieses Jahr stand mal wieder ein runder Geburtstag an. Nach monatelangem Rumgeeiere und nicht entscheiden könne, was ich machen will − große Tanzparty, Küchenparty, wegfahren, Picknick, … − ergab sich letztendlich alles fast wie von selbst. Ich habe die Party eines Freundes zum Reinfeiern benutzt (natürlich in Absprache mit dem Gastgeber) und am Geburtstag ein nettes Kaffeekränzchen in kleiner Runde in einem Kneipenrestaurant im Veedel veranstaltet. Ich hatte noch Crémant mit zur Party gebracht und um Mitternacht gaben die FreundInnen alles: Partyhütchen, Wunderkerzen, Gesang und Geschenke. Die Brille bekam ich wieder von C. Wie vor 10 Jahren schon die 50-Brille. Das ist ein Wanderpokal und der/die nächste, dem/der ich zum 60. Geburtstag über den Weg laufe, bekommt sie. Es war zwar noch nicht hell, als ich nach Hause ging, aber beinahe. Das war alles sehr schön. Noch einige Tage danach trudelten Post und Anrufe ein. Schön, wenn sich das über mehrere Tage hinzieht.