Wuppertal: Stadtarchiv und noch eine Ausstellung.
Bezüglich Familienforschung habe ich schon lange vor, ins Stadtarchiv Wuppertal zu gehen und da zur Zeit drei Ausstellungen in Wuppertal laufen, die ich gerne sehen möchte, plante ich das erste Wuppertal-Päckchen mit Stadtarchiv und Neuer Kunstverein. Dort ist nämlich noch bis zum 14. Juni 2026 die Ausstellung Wende / Wunde / Winde (auch ein cooler Titel) der fabelhaften Karina Syndicus zu sehen. Karina kenne ich tatsächlich über Instagram, obwohl sie in Köln im Nachbar-Veedel lebt. Und je mehr ich sie und ihre Arbeit kennenlerne, desto mehr bewundere ich sie. Sie ist ausgebildete Schauspielerin und Clownin, sie macht Performancekunst, Walking Acts, Stand-Up und Kabarett. Zudem arbeitet sie bildnerisch mit Fotografie, Skulptur, Objekten und auf Papier. Vermutlich habe ich jetzt noch einiges vergessen. Es ist mir ein Rätsel, wie sie das alles in dieser Qualität und auf diesem Niveau wuppt. Ihre bildnerischen Arbeiten beziehen sich auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene, oft beschäftigt sie sich mit Architektur, sehr oft mit einem Augenzwinkern und sehr feinem Humor, ohne dem Ernst der Thematik etwas zu nehmen.
Ich liebe die Begrüßung auf ihrer Website:
“Performance
Kunst
auf Wunsch belegte Brötchen
„Herzlich willkommen und lorem ipsum allerseits.”
Für meinen Besuch im Stadtarchiv war ich tippitoppi vorbereitet, fast drei DIN A 4 Seiten mit Namen, Daten und Urkundennummern. Die Mitarbeiterin vor Ort war darüber schier aus dem Häuschen. Überhaupt ist mir noch nie eine so freundliche, reizende, hilfsbereite und lustige Mitarbeiterin in einer städtischen Einrichtung begegnet. Fettes Shoutout für Frau G.!
Ich bin noch mit der Auswertung beschäftigt, habe aber schon ein paar spannende Sachen entdeckt.
Zwischen Stadtarchivschließung und Kunstvereinöffnung hatte ich eine Stunde Zeit und bin ein bisschen durch Wuppertal mäandert. Was ich gar nicht wusste, dass es dort richtig große und gute Murals gibt. Im Urbanen Kunstraum Wuppertal entstanden zwischen 2023 und 2025 34 Kunstwerke von internationalen Streetartists mit Wuppertal-Bezug. Sowas kannte ich bislang nur aus Mons und Lüttich.
Verpasst und Murks
Außerdem hatte ich ein bisschen Hassel mit dem Auto, das eines Tages einfach nicht mehr anspringen wollte. Deshalb habe ich leider auch die Eröffnung der Fotoausstellung von Anja Schlamann verpasst. Ich hatte Anja vor ein paar Wochen kennengelernt und das, was sie über ihre Fotoarbeiten erzählte, hat mich sehr interessiert. Sie erzählte von ihrer Ausstellung in Schloss Burgau bei Düren. Aber weil ich tags zuvor diese ätzende Bahnodyssee nach/von Krefeld hatte, hatte ich keinen Bock, mir das gleich wieder anzutun. Der Besuch der Ausstellung steht also noch an.
Ein Freund gab mir Starthilfe, damit ich in die Werkstatt kam und mit einer neuen Batterie und einem Schluck Öl schnurrt die alte Nuckelpinne wieder. Ich hoffe, dass ich sie im Juli nochmal über den TÜV kriege.
Was ich leider auch verpasst habe: Zum ersten Mal Onkel Wanja auf der Bühne zu sehen. Oben genannter Starthilfefreund ist einer meiner ehemaligen Bühnlein brillant Kollegen und hat es mit seinem neuen Ensemble ein paar mal gespielt. Aber wegen der Urlaubsvertretung im Lädchen und ein paar anderen Dingen habe ich das nicht geschafft. Tut mir leid, Robert.
Und sonst noch
Mit meinen beiden anderen Herbergsmüttern waren waren wir mit Barbara von VisitWallonia zu einem feinen Mittagessen im Vunky verabredet und haben Pläne geschmiedet. Mehr dazu im Herbst. Das Vunky hat sich der pflanzenbasierten Küche und Fermentation verschrieben und ist ein schöner, freundlicher Ort am Kölner Eigelstein.

Gelesen
Zwei Krimis, die zufällig und lustigerweise beide während der Covid-Pandemie spielen: Anne Holt, Das elfte Manuskript. Ganz amüsant, weil es zum Teil in der Buch- und Verlagsbranche spielt.
Håkan Nesser, Ein Brief aus München. Da bin ich noch nicht ganz durch.
Gesehen
Ich bin ja bekennende Serien-Bingerin. Vielleicht wird das eine neue Rubrik hier. Ich notiere aber nur das, was ich wirklich gut fand.
Colony, eine Science-Fiction-Serie, die 2016 startete, fand ich sehr spannend. Außerirdische (die so gut wie nicht in Erscheinung treten), installieren auf der Erde faschistische Regierungen. Bricht leider mit einem Cliffhanger nach der dritten Staffel ab.
Scarpetta (2026) Nicole Kidman als Gerichtsmedizinerin. Komplex und spannend. Ich sehe Nicole Kidman gerne, auch wenn mir der Anblick ihres stramm gezogenes Gesichts Gesichtsschmerzen verursacht. Köstlich ist Jamie Lee Curtis, die ihre auf allen Ebenen sehr ungleiche Schwester spielt.
Was man so beim mäandern entdeckt, toll! Und toll, dass Du so ein wunderbares Archiverlebnis hattest. Andersrum kann ich das „aus dem Häuschen“ sehr verstehen! Bin gespannt, was Du rausgefunden hast.