Familienforschung: Neue Schätze in Düsseldorf gefunden

Ich hatte ja schonmal über meine Urgroßmutter mütterlicherseits gebloggt und da sind auch noch einige Fragen offen. Eine ist jetzt beantwortet – dazu später mehr.

Über ihre Eltern wusste ich nicht viel, nur das, was auf ihrer Geburtsurkunde steht und was ich über alte Adressbücher recherchieren konnte. Über Geschwister wusste ich auch nichts und konnte mir nicht vorstellen, dass sie Einzelkind war.

Letzthin bin ich dann einfach mal ins Stadtarchiv nach Düsseldorf gefahren und habe neue Schätze gehoben.

Bislang hatte ich das Glück, nur in kleineren Städten, bzw. Dörfern zu recherchieren, da ist man dann relativ schnell mit den Jahrgangsbüchern durch. Aber Düsseldorf! Da hat es teilweise um die 4.000 Geburten/Hochzeiten/Sterbefälle pro Jahr gegeben. Wenn man die einzeln durchgehen müsste, au weia.

Aber Düsseldorf hat Namensregister! Die sind sogar online.

Ich hatte dann innerhalb von 15 Minuten die Heiratsurkunde meiner Ururgroßeltern Friedrich Baum und Louise Hanenbeck gefunden. Und die geben ja immer viele Informationen her: Jeweils Geburtsdatum und -ort und die Namen und Wohnorte der Eltern. Und was für eine Überraschung, als ich las, dass Friedrich ein Witwer der Henriette Hanenbeck war. Nach weiteren Recherchen fand ich heraus, dass seine erste Frau, mit 27 Jahren, bei der Geburt des 4. Kindes gestorben ist und er drei Monate später seine Schwägerin geheiratet hat. Dä!

Nach sechs Stunden hatte ich dann einiges gesammelt und weiß nun, dass meine Urgroßmutter vier Geschwister und vier Halbgeschwister (die auch ihre Cousins/Cousinen waren) hatte. Mindestens vier der Geschwister sind allerdings schon im Säuglings- und Kindesalter verstorben. Sie war die erste Tochter meiner Ururgroßeltern und wurde nach der verstorbenen erstenFrau/Schwester benannt.

Dadurch, dass ich jetzt weiß, wann und wo meine Ururgroßeltern geboren wurden – mit Littfeld, Kreis Siegen und Voerde, Kreis Hagen sind wieder zwei neue Orte auf die Familienkarte gekommen – weiß ich jetzt auch, warum meine Urgroßmutter zum zweiten Mal in Hagen geheiratet hat. Sie lebte ja in Wuppertal-Barmen und es war mir ein Rätsel, wie und warum sie in Hagen gelandet war. Die Antwort ist simpel: Ihre Eltern kamen von dort und nach ihrer Scheidung ist sie vermutlich zu ihnen zurückgekehrt.

Dann hatte ich noch das Glück, dass es bei drei Geschwistern standesamtliche Vermerke über deren Tod gab. Die wurden relativ alt und starben in Wuppertal-Elberfeld, Bonn und Köln Nippes. Köln-Nippes?! Seit über 30 Jahren lebe ich in Köln und seit über 20 Jahren in Nippes. Hier hat eine Vorfahrin von mir gelebt? Und überhaupt kam Köln bislang überhaupt nicht auf der Familienkarte vor.

Da musste ich mich natürlich gleich dahinterklemmen. Ich habe die Sterberegister von Köln-Nippes online gefunden und konnte dem entnehmen, dass sie verwitwet Hermann Stephan starb. Anhand der alten Adressbücher konnte ich mit hoher Wahrscheinlichkeit und Ausschlussverfahren herausfinden, dass ihr Mann Regierungsinspektor war und 1932 starb. Er tauchte ab 1925 in den Kölner Adressbüchern auf und abgesehen von drei Jahren, in denen sie in Sülz wohnten, habe sie immer in Nippes gewohnt. Es gibt zwischen 1925 und 1955 vier verschiedene Adressen und drei davon in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung. Wie verrückt ist das?!

Die Häuser gibt es auch alle noch. 100%ig weiß ich natürlich nicht, ob das alles so richtig ist, auf die alten Adressbücher ist ja auch nicht immer Verlass – ich habe hier auch wieder einen kleinen Fehler entdeckt – aber wenn ja, hat Urgroßtante Karoline hier gewohnt:

Hier wohnte sie mit ihrem Mann in der Beletage, bevor sie für drei Jahre nach Sülz zogen.

Ein Wohnhaus in Köln Nippes

 

Ca. 1932 zogen sie wieder nach Nippes. Das Haus ist vermutlich zig mal renoviert worden, aber die Türöffnung und der Terazzoboden im Hausflur sprechen dafür, dass das damals vermutlich ein Neubau war.

Ein Wohnhaus in Nippes

Nach dem Tod ihres Mannes zog Karoline um 1935 in den schöne Backstein-Block von 1926/27.

Backstein-Wohnhaus von 1926/27

Hier zog sie 1950 ein und lebte dort bis zu ihrem Tod 1955.

Wohnhaus aus den 1950er Jahren

Jetzt würde mich natürlich interessieren, wann und wo sie geheiratet haben und ob sie Kinder hatten. Vielleicht wohne ich seit über 20 Jahren mit Verwandten in meiner unmittelbaren Nähe und wir wissen nichts voneinander ….

 

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